Sa Riera – Teil 5

Schreib einen letzten Teil, sagen sie. Ganz offensichtlich mögen sie die Erinnerungen, die wachgerufen werden… Ok, für euch mach ich das doch gerne…

zurück zu Teil 4

Unser Flieger geht erst am Abend zurück nach Berlin. Irgendwie blöd geplant, um 8 spielt Deutschland gegen Ghana. Alle hoffen auf Fernsehen oder Radio im Flugzeug. Bei Air Berlin. Von Mallorca. Genau… Linus hält starrköpfig an der Idee fest, dass Air Berlin pro geschossenem deutschen Tor ’ne Currywurst für jeden schmeißt. Das hätte ich ja sehen wollen, beim Spiel gegen Brasilien am liebsten 🙂 . Wir fragen nach und erfahren: mit viel Glück erfährt der Kapitän unterwegs den Spielstand und gibt ihn durch. Nicht sehr befriedigend, aber besser als nix…

Daniel und Alexandra haben wir auf der Insel gelassen, die beiden haben noch eine Woche Paguera als Pärchen vor sich. Sandrow und Manuela sind schon vorgeflogen, Jens und Mark auch. Wir fliegen zusammen mit Linus, Michaela, Tora und Manfred zurück nach Berlin. Der Flug verläuft normal, beim Fußballspiel haben wir glücklicherweise nicht allzuviel verpasst…

 

Taxi-Blamage

Wir warten am Gepäckband auf Koffer und Taschen, das dauert am Flughafen Tegel irgendwie immer länger als anderswo. Wir verlassen das Terminal und wollen eigentlich nur noch ins nächste Taxi springen, um nach hause zu fahren. Wir trauen unseren Augen nicht: kein einziges, verdammtes Sch**ß-Taxi steht da. Etwa 100 Leute stehen am Taxi-Wartestand. Hauptstadt? Weltstadt? Berlin, watt is los mit dir? Haste’n schlechten Tach?

Unser Flieger war so ziemlich der letzte, der an diesem Abend reinkam, und für die Taxifahrer stellen hundert Reisende kein lohnendes Ziel mehr dar? Ich persönlich empfinde das als Frechheit. Wir experimentieren ein wenig mit einer Taxi-App, es nützt alles nichts. Wir fahren Bus. Niemand spricht.

Am Kurt-Schumacher-Platz steigen wir aus, das nächste Taxi ist unseres. Gemeinsam mit Linus und Michaela lassen wir uns nach Pankow bringen. Der Fahrer hat um seinen Sitz herum eine durchsichtige Plexiglasscheibe, wir sind unsicher, wofür das ist. Es ist weder möglich, ihm in den Nacken zu kotzen, noch ihm während der Fahrt ein paar auf die Mütze zu geben. Insofern keine schlechte Ausstattung…

 

Die ersten Tage danach

Der Kühlschrank ist leer, die Lösung heißt Späti. Der Gruppenchat füllt sich, rasend schnell. Was jetzt passiert, ist spannend: obwohl morgens jeder in seinem eigenen Bett aufgewacht ist, tun die Leute, als wären wir noch in der Finca. ‚Wer kommt mit Laufen?‘, ‚Wer macht Frühstück?‘, ‚Ich geh lieber schwimmen‘. Offensichtlich fällt es vielen schwer, hinzunehmen, dass es vorbei ist. Ich denke darüber nach, woran das liegen mag. Ist es nur Alberei? Das kann ja niemand ernst meinen, oder? Ich beschließe, es als grundlegend positiv zu werten.

Noch am ersten Tag nach unserer Ankunft in Berlin wird der Gruppenchat umbenannt in „Sardinien 2015“. Das sagt doch eigentlich alles…

In den kommenden Tagen werden sehr persönliche Dinge ausgetauscht, es wird allgemein sehr emotional geschrieben. Wir scheinen insgesamt näher zusammengerückt zu sein, ein schöner Zustand. Ein Hoch auf uns!

 

Was bleibt

Aus der Ferne betrachtet – und unter Einfluss einer mir eigenen, vielleicht etwas nüchternen, Rationalität – blicke ich zurück auf eine einmalige Woche mit elf fantastischen Freunden, auf allerfeinste Gesellschaft, auf spitzenmäßiges Essen, auf lange Abende, auf intensive Gespräche. Ich habe viel über euch gelernt und ein bisschen was über mich. Die Frage, ob ich nochmal mit euch verreisen würde, bejahe ich gern. Am liebsten mit ALLEN Freunden, auch denen, die diesmal nicht dabei sein konnten…

Lasst uns etwas Derartiges gern wiederholen. Lasst uns dabei aber auch nicht vergessen, dass es einen guten Grund dafür gibt, dass wir diesen Urlaub so einmalig in Erinnerung haben: Er war ein singuläres Erlebnis, hatte einen Anfang und ein Ende. Das mag jetzt albern, ja banal klingen, ist aber immens wichtig.

Am kommenden Sonntag treffen wir uns alle, um die restliche Asche, die von der Kaution übrig blieb, zu verfuttern. Dabei schauen wir Fotos an. Ich denke, dass damit dann der Urlaub formal und inhaltlich aufgearbeitet ist, auch ich bin dann jetzt mit meinem Senf am Ende.

 

Zu guter Letzt (oder auch: das verzeih ich euch nie!)

Eine Sache, die mir leider besonders negativ im Gedächtnis haften blieb, ist jedoch das hier:

http://www.youtube.com/watch?v=zDrYpNbkbB0.

Es ist so furchtbar, dass ich mir wünsche, nie davon erfahren zu haben. Deshalb verlinke ich es auch nur, zum Einbetten ist mir mein Blog zu schade. Das wäre, als würde mir ein Hund ins Zimmer kacken… Bäh… 🙂

2 Gedanken zu „Sa Riera – Teil 5

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.