Sa Riera – Teil 2

Die Autotüren klappen, alle reden durcheinander, laufen durch die Gegend, glotzen neugierig. Manuela wird begrüßt, die sich letzte Details erklären lässt. „Nich stören!!“, sagt sie, „sind gleich fertich“.

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Angekommen

Taschen werden aus den Autos geladen und draußen abgestellt, Tora testet den Pool an und befindet ihn für gut. Feuerzeuge klimpern, Rauch wird in die Luft gepustet. Allgemeines Gelaber, alle glücklich.

Ankommen

Langsam trollen sich die Leute auf die Zimmer oder suchen nach ihnen. Ich schleppe unseren Koffer hoch und meine Tasche hinterher. Jackpott! Zimmer unterm Dach mit eigener Terrasse. Badezimmer: Wanne, Klo, Schrank, Waschbecken, Fenster mit Blick über die Ebene, Bidet. Bidet? Cool, meine Frau kann sich ordentlich die Füße waschen. Wer benutzt eigentlich ein Bidet? Klimaanlage gibts, dazu eine Fernbedienung. Wie funktioniert die? Egal, später. Betten: groß und hart, auch gut. Terrasse: knalle Sonne, Tisch, zwei Stühlchen. Naja, hier halte ich mich wohl nicht auf… Zum Glück haben wir die Zimmer vorher ausgelost, das gäbe sonst Streit. So nimmt jeder klaglos das Zimmer, das gezogen wurde. Erste Hürde genommen. Da wir ein Zimmer über haben, passiert etwas, das mich an diese lustigen Schiebespiele aus meiner Kindheit erinnert, das, wo immer ein Feld frei war und man die anderen Felder bewegen konnte und in eine bestimmte Reihenfolge bringen musste.

Schnell alles auspacken. Jolanda macht das mit viel Sorgfalt und Hingabe, meistens dauert mir das zu lange, dafür ist hinterher alles sehr ordentlich eingeräumt und gut durchdacht. Danke, Kacki! 🙂

Das bisschen Haushalt…

Sandrow sammelt das Haushaltsgeld ein. Dicke Börse, kein Problem, allgemeines Vertrauen.

Was folgt ist der blanke Horror. „Los, wir machen’ma ’ne Einkaufsliste“. Och Menno, echt jetzt? Stimmt, nur Haus, keine Verpflegung. Wir versuchen, uns alle an einen Tisch zu setzen und Sandrow schreibt auf, was so gebrabbelt wird. Geht so. Zwanzig Minuten später fahren wir los, Eroski-Supermarkt ist das Ziel. Ich frage mich, ob ich der einzige bin, der eigentlich andere Dinge zu kaufen erwartet als Lebensmittel. E-R-O-S-K-I… Hm…

Wir kaufen Bier und andere Dinge. An der Kasse wird gezockt: Jolanda verliert die Nerven und ist den Tränen nahe. „Scheiße, das sind mindestens 700 Euro“. „Niemals, nich mehr als 450“, meine ich, Jens tippt „so um die 400“. Jens hat Recht, alle sind erleichtert. Die bauliche Eigenart der Kassen machte die Ein- und Auspack-Logistik schwierig, das Band und der Platz dahinter sind so klein, dass man keinen vollen Einkaufswagen drauf bekommt. Wir brauchen einen Backup-Wagen, der als Lückenbußer herhalten muss, ab dann läufts. Vier Einkaufswagen voll…

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Getränkevorräte für die ersten Tage

Auf dem Parkplatz hat Sandrow die Idee des Tages: „Stevie, wir machen ersma’n Bier uff!“ Wir reißen eine Dose auf, laden alles in die Autos. Die Dose Bier vergessen wir, drei Tage später war es weg… Die, die ein bisschen durcher sind als die anderen, fahren zurück zur Finca, wir beschließen, den Daheimgebliebenen das Aus- und Einräumen zu überlassen. Ich hole schnell noch Zigaretten für Einige, Jens kauft sich dabei einen Hut, den eigentlich Linus haben wollte. ‚Ruhich, Jungs‘, denke ich, alle bleiben entspannt.

Hunger!

Zurück in der Finca sind die Einkäufe in der Küche verstaut, ab hier verliert sich meine Erinnerung an Details auch ein wenig. Ich weiß nicht mehr, in welcher Reihenfolge wir was getan haben. Der gröbste Hunger ließ sich mit ein paar Dosen Bier stillen, auf Dauer ist das uncool. Ich glaube, wir haben vor dem Essen noch den Pool ausprobiert und uns einfach unseres Lebens gefreut. Michaela war total geflasht, Flugzeug, Mallorca, Palmen, Finca, Bier, Freunde. Alles geil. Irgendwann machen wir den Grill an, arbeitsteilig wird Essen vorbereitet, Fleisch eingelegt, Tisch gedeckt, gegrillt, Tora sorgt für die musikalische Untermalung. Das alles bleibt auch in den nächsten Tagen so. Perfekt. Die Sonne geht langsam unter, wir sitzen am Tisch. Ich denke an Alexandra und Daniel, die gerade in Palma landen. Schade, dass sie jetzt nicht da sind…

Vollzähligkeit hergestellt

Wir sind fertig mit essen, alle haben irgendwie abgeräumt, das Prinzip des Tages-Küchendienstes wird vorgeschlagen und abgenickt. Ein Pärchen fängt an, ich weiß nicht mehr, wer. Es gibt Nachricht von Alexandra und Daniel, sie sitzen im Mietwagen, den der Verleiher mit deutschen Fan-Utensilien geschmückt hat (es ist ja Fußball-WM). Ich hätte den beiden aber auch zugetraut, ihre eigenen Wimpel anzuschrauben… 🙂

Wir trinken Bier, plötzlich sind Alexandra und Daniel da. Irgendwie wird die Sache jetzt noch runder. Man drückt sich. Man freut sich. Die beiden beziehen ein Zimmer, packen aus. Wein gibts auch, irgendjemand macht Cuba Libre.

Night Swimming

Wir beschließen, baden zu gehen. Da es bereits ein neuer Tag ist, darf ich jetzt wieder sagen: die Idee des Tages. Es ist unglaublich warm, im Wasser und draußen. Alle lachen und sind, naja, wenigstens ein paar Jahre jünger. Tora entert den Pool backflip-mäßich vom Rand, tausendmal oder so. Ich übe mich in dem, was früher die klassische Arschbombe war und habe dafür den Rest des Urlaubs Schmerzen am Oberschenkel.

Wir wirken bestimmt wie Teenager aufm LSD-Trip, aber ich für mich darf sagen: Dies ist ein perfekter Moment: wir lachen aus vollem Hals, wir trinken Bier aus Dosen, Wein aus Flaschen (auweia, das war sogar ein Guter), Cuba Libre aus Gläsern. Ich kann mich nicht erinnern, worüber wir geredet haben, ob wir geredet haben.

Irgendwann sind alle müde und gehen ins Bett. Wir auch.

In eigener Sache

Ich denke nicht, dass der Rest der Reise in solcher Detailfülle beschrieben wird, vieles verblasst einfach mit den Tagen, etliches würde sich wiederholen. Der erste Tag jedoch ist mir auf Grund der Intensität der Erlebnisse in besonderer Erinnerung geblieben und kann daher deutlich ausführlicher beschrieben werden…

Zum dritten Teil

3 Gedanken zu „Sa Riera – Teil 2

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  3. Hola. me compre el interfer micra hace 3 meses para uso personal, me gustaria capacitarme para el uso de la maquina.. ya que no se si lo estoy usando correctamente.. lei todo el manual pero como no soy profesional del tema me costo entender. por favor si me pueden pasar los datos para los cursos on line. muchas gracias

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