Mir losse de dom in kölle

Es geht wieder los. Der Kollege von nebenan rollte eben mit einem Wägelchen, vollgestapelt mit allerlei flüssigen, kulinarischen Köstlichkeiten, vorbei und grinste. Karneval. Oh. Mein. Gott!

Ich gebe zu, ich weiß nicht viel über dieses mir merkwürdig anmutende Fest. Das ist nicht schlimm, ich schätze, ein Großteil der Rheinländer tut dies auch nicht. Dies ist aber eine Behauptung, die nahe an der Grenze zur Unterstellung liegt. Überzeug mich einer vom Gegenteil, ohne vorher Google und Co. zu bemühen…

Karneval in Köln

Bemaltes und geschmücktes Volk beim Karneval, Foto: nunor auf flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Ich kann mit dieser Zeit des Sich-Verkleidens, des Saufens und des Schunkelns zu Musik, deren Texte kein Mensch versteht, nichts, aber auch wirklich nichts anfangen. Ich finde es nett, mit den Kollegen aufm Gang ein gemeinsames Bierchen zu trinken, wegen mir auch tagsüber, aber dieser dauerhafte Ausnahmezustand ist wirklich nicht meins.

Apropos Bier: Michael Mittermeier, bayrischer Herkunft, meinte in einer Show – nicht ohne ein süffisantes Grinsen: in dem, woraus man in Köln Kölsch trinkt, gibt man in Bayern eine Urinprobe ab. Recht hat er. Diese winzigen Ampullen,  Reagenzgläsern gleich. Und abgesehen davon, dass man ständig am Bestellen is: Kölsch schmeckt mir einfach nicht. Und spätestens nach dem 25. Glas bekomme ich Kopfschmerzen 🙂

Um mich ein wenig zu dem Thema fortzubilden, habe ich einen Blog zum Thema Karneval in Köln gesucht. Und den hier gefunden: http://www.koelner-karneval.org/das-koelner-dreigestirn/. Mich interessierte, was das Kölner Dreigestirn ist, und ich wurde fündig:

„Das Kölner Dreigestirn bestehend aus Prinz, Bauer und Jungfrau sind die obersten Repräsentanten des Kölner Karnevals.“

So stehts hier. Naja, das ist ja schonmal was. Und was machen die? Auch darauf wusste die Webseite eine Antwort:

„Im Laufe der Jahre hat sich die Stellung des Kölner Dreigestirns gewandelt. Früher war das Dreigestirn nur wenige Tage im Amt, heute viele Wochen. In dieser Zeit müssen das Dreigestirn Familie und Beruf hinter sich lassen. Das Kölner Dreigestirn hat pro Session bis zu 400 Auftritte, wobei gut die Hälfe der Auftritte in sozialen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Pflegeheimen und Kinderheimen stattfinden.“

Ich fasse zusammen: Sie amtieren, treten auf und besuchen soziale Einrichtungen. Vermutlich, um da die ganzen Kölsch-Koma-Köner zu besuchen. Aber die Beschreibung steht symptomatisch für ein Problem, dass ich ganz grundsätzlich mit dem Karneval hab: Wozu ist das ganze jetzt eigentlich gut? Mein Eindruck ist: Wir machen das einfach mal, weil wir das schon immer gemacht haben. Und weils ein netter Freibrief für alle möglichen und unmöglichen Dinge ist. Hey, es is ja Karneval. Da sind wir alle ein bisschen jeck.

Nichtsdesto trotz wünsche ich allen, die es mögen, viel Spaß, haut ordentlich rein. Und: Nein, ich komme nicht verkleidet ins Büro!

4 Gedanken zu „Mir losse de dom in kölle

    • I have an extremely mild form of neurofibromatosis that has not and will never progress to this extreme stage. It simply manifests as small “cafe au lait” spots that appear on my arms, legs and sometimes my body. I feel terrible for the people who are afflicted with this condition, given the general level of ignorance, rudeness and thoughtlessness abroad in our society. I cannot imagine the comments and stares they must be forced to endure.

  1. Der Karneval war die Verhohnepiepelung (scheibt man das so?!) der preußischen Besatzer. Die langen Kerls unseres Fritzens waren den Rheinländern suspekt, daher diese komischen ausgedachten Kostüme der Prinzengarde. Karneval, also das, was man in Berlin als Karneval bezeichnet, ist ja kein Karneval. Man muss das wirklich im Rheinland erleben. Gaaaanz anders.

    Berlin alaaf, Bundestag alaaf, JKH alaaf!

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