Meine lieben Energieversorger…

… was glaubt ihr denn eigentlich, mit wem ihr es zu tun habt? Ich verweise auf den Blogpost von Josi und mache deutlich: wir nehmen euren schlechten Service und eure Abzock-Versuche nicht einfach so hin, sondern wehren uns mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen. Und weil ich gerade keinen Bulldozer zur Hand habe, mit dem ich in eure Bürogebäude fahren könnte, schreibe ich eben einfach ein bisschen darüber und hoffe, dass möglichst viele Leute das hier lesen und gewarnt sind. Stefan würde jetzt wieder seine Alte-Männer-Stimme rauskramen und mit einem lang gedehnten „Jaaaaja“ darauf hinweisen, dass er das ein wenig übertrieben findet, aber ich finde, dass man den Versorgern den Mist, den sie fabrizieren, auch mal unter die Nase reiben darf. Man muss es sogar…

 

Was war passiert?

Naja, erstmal nicht viel Aufregendes. Im April 2012 sind wir in unser Haus gezogen, und weil wir eine Schwäche für warmes Wasser, Heizung und Strom aus der Wand (und nicht vom Nachbarn) haben, legten wir uns einen Strom- und einen Gasversorger zu. Gelandet sind wir letztendlich bei Stromio aus Magdeburg und bei Flexgas, die hier in Berlin am Reichpietschufer sitzen.

Foto eines Wandelements, das an einem Kran hängt

Haus am Haken: damits warm wird, brauchts Strom und Gas – eine Leidensgeschichte

Wie allgemein üblich klappt der Neuvertrag total super. Man vergleicht Preise im Netz, sucht sich den Günstigsten aus und zwei Mausklicks später ist man Kunde. So lob ich mir das, so muss das sein.

 

Stromio

Es wurde Weihnachten und es kam, wie es kommen musste: Stromio, unser Stromanbieter, schickte uns die Preiserhöhung auf Grund der ab 2013 erhöhten Energieumlage. Witzigerweise war die Erhöhung dann doch etwas erhöhter als notwendig (eigentlich hätte es nur 2,5 Cent pro Kilowattstunde Aufschlag geben dürfe, bei uns waren es aber 3,2 Cent. Nicht viel genug, um sich drüber aufzuregen? Ich seh das anders…). Also schrieb ich eine Kündigung, aber nicht, ohne vorher nochmal nachzurechnen. Das schöne an Neuverträgen ist nämlich, dass man heutzutage einen Neukundenbonus erhält, den die meisten Betreiber aber nur auszahlen, wenn man Ihnen die gesamte Mindestvertragslaufzeit über die Stange hält. Und der ist bei Stromio ordentlich: 25 Prozent auf die erste Jahresrechnung. Je mehr wir verbrauchen, desto größer unser Bonus. Super :-).

Screenshot der Stromio-Webseite

Stromio: Super rein, schlecht wieder rausStromio: Super rein, schlecht wieder raus (Quelle: www.stromio.de)

Ich kündigte also zum Ende der Mindestvertragslaufzeit, zum 28.2.2013. Rechnerisch ist das günstiger. Wir zahlen jetzt zwar mehr für den Strom, aber behalten unseren Bonus. Wie genau Stromio die teureren Kilowattstunden ab 1.1.2013 abrechnen will, darauf bin ich jetzt schon gespannt. Dazu müssten sie nämlich wissen, wie unser Zählerstand am 31.12.2012 war. Ich glaube, am 28.2. teile ich Stromio einfach mit, dass der Zählerstand am 31.12.2012 genau der war, der mir am 28.2.2013 angezeigt wird. Und in den letzten beiden Monaten haben wir halt kein Strom verbraucht. Beweist mir das Gegenteil :-).

Wie auch immer, Stromio gab sich redlich Mühe, das Vertragsverhältnis vorher zu beenden (um sich um den Bonus zu drücken), das Vertragsverhältnis bis 2014 zu verlängern (das teilten sie unserem neuen Stromanbieter mit) und uns sonst das Leben irgendwie schwer zu machen. Wir bekamen Kündigungsbestätigungen mit mehreren unterschiedlichen Daten, wir bekamen Widerruf-Bestätigungen für den Vertrag, das volle Programm. Die Vielzahl der Medien, über die Stromio mit den Kunden kommuniziert, ist dabei beachtlich: Post, Mail, Telefon. Findich gut, zumal sie auf der Webseite immer darum bitten, das Internet als Medium zu benutzen… Letztendlich half die Androhung anwaltlicher Unterstützung um schriftlich bestätigt zu bekommen, dass der Liefervertrag am 28.2.2013 endet, wir auch unseren Bonus angerechnet bekommen und alles gut ist. Vielleicht fiel das aber auch nur zeitlich mit der Androhung zusammen :-).

 

Flexgas

Auch hier benahm man sich nicht viel anders. Kurz vor Weihnachten kam die Erhöhung der Gaspreise. Die hatte es in sich: Der monatliche Grundpreis verdreifachte sich, der Arbeitspreis (also die tatsächliche Kilowattstunde) verdoppelte sich. Nach meiner Rechnung macht das mindestens eine Verdopplung unseres Monatspreises aus (also von 70 auf 140 Euro), Flexgas kam auf knapp 120 Euro. Ich vermute, dass sie uns sogar in einen anderen Tarif gestopft haben, bei dem der Jahresverbrauch geringer ist, und jede mehr verbrauchte Kilowattstunde noch teurer ist. Schweinepriester!

Screenshot der Flexgas-Webseite

Ähnliches Verhalten bei Flexgas: Vertrag schließen – super einfach, Vertrag beenden – viel Arbeit (Quelle: www.flexgas.de)

Ich schrieb am nächsten Tag die Kündigung und fragte nach, ob die Pappnasen von Flexgas mein Lachen von Pankow bis zum Reichpietschufer hören konnten. Kündigungstermin war der 28.4.2013, das Ende der Mindestvertragslaufzeit.

Es passierte natürlich erstmal nix.

Ich suchte derweil nach einem neuen Anbieter. Ich fand auch einen. Logo-Energie. Ich gab an, dass ich bereits gekündigt hätte, und Logo-Energie nur meinen Anschluss übernehmen muss. Einige Tage später kam Nachricht vom neuen Anbieter (ein Anschreiben als pdf-Dokument, das einer Mail angehängt war, naja, man kanns auch kompliziert machen). Man freue sich, uns ab dem 1.5.2014 mit Gas zu beliefern. Ich freute mich auch. Moment! 2014? Was war das denn? Auf Nachfrage teilte man mir mit, dass der Grundversorger (das ist in Berlin die GASAG) dem Wechsel nicht zustimmen konnte, da der Anschluss einen Anbieter hat und der nicht gekündigt war. Warum das allerdings zum 28.4.2014 anders sein sollte, weiß ich nicht. Ich vermute, dass Logo-Energie schneller den Vertrag festzurren wollte, als Flexgas meine Kündigung bearbeitet hatte und schrieb eine neue Kündigung. Zum Glück ist die Kündigungsfrist gut geregelt, es bleibt immer noch genug Zeit. Logo-Energie bat ich, in ein paar Tagen nochmal einen neuen Versuch zu starten.

Das taten Sie. Sie schickten einige Zeit später wieder eine an eine Mail angehängte pdf-Datei. Diesmal stimmte Flexgas der Übernahme nicht zu, immerhin wären wir ja noch bis 28.4.2014 an die gebunden. Ahso. Vertrag läuft bis 28.4.2013, jetzt ist Anfang Januar, Kündigungsfrist sind sechs Wochen, aber Flexgas behauptet schonmal, wir sind bis 28.4.2014 an sie gebunden. Naja…

Ein Anruf bei Flexgas brachte Klarheit: Das kann sich nur um einen Irrtum handeln, die doofen Kollegen müssten sich verrechnet haben. Vielleicht haben die doofen Kollegen aber auch nur drauf gehofft, dass der Kunde auch ncih der hellste is… Der neue Anbieter solle doch einfach nochmal einen Übernahmeversuch starten, diesmal geht dann alles glatt. Ich bin gespannt.

Und tatsächlich: heute morgen kam zumindest schonmal die Kündigungsbestätigung von Flexgas. Yeaha!!!

 

Was haben wir gelernt?

  • Bei Preiserhöhungen gilt normalerweise ein Sonderkündigungsrecht. Auf jeden Fall nachrechnen, ob es sich lohnt, das in Anspruch zu nehmen, da sonst Boni entfallen können (aber auch hier Achtung: manche Unternehmen zahlen den Bonus nur, wenn man LÄNGER als die Mindestvertragszeit da bleibt, also weitere x Monate, bei flexgas ist das bspw. so)
  • es kann nicht schaden, den neuen Anbieter das Kündigen übernehmen zu lassen
  • bei Kündigungsbestätigungen auf das genaue Datum achten
  • ein dickes Fell, Geduld und Ausdauer sind gefragt. Bereitet euch mental auf das Übelste vor, besucht Selbsthilfegruppen, auch körperliche Fitness kann entscheiden. OK, das war jetzt übertrieben. Aber der erste Teil dieses Punktes ist korrekt…
  • Energieversorger essen Lebenszeit!

5 Gedanken zu „Meine lieben Energieversorger…

  1. Egal ob Gas-, Strom-, Telekommunikations- oder Bezahlfernsehen-Anbieter…das sind durch die Bank überforderte Vertriebsmaschinerien ohne Sinn und Verstand…irgendwie scheinen die alle durch den Wettbewerbs-/ Margen-/Kosten-/was-auch-immer-Druck ein wenig aus dem Ruder zu laufen…

    Hab meinen Telefonanbieter O2 (ehemals Alice) nach Umzug vor einem Monat mit der Begründung wechseln MÜSSEN, dass O2 in meinem neuen Zuhause in Pankow nicht verfügbar ist…seitdem bekam ich nicht nur die Kündigungsbestätigung, sondern wöchentlich sich immer aufs Neue übertreffende Treueangebote von O2, damit ich doch nicht wechsle…Hä??? Naja, vielleicht bleib ich ja doch noch bei O2 und zieh nur dafür wieder zurück nach Spandau…;-)

  2. Da heißt es wirklich, Ausdauer zu zeigen. Ist schon ziemlich ärgerlich, wie so manche Dinge verlaufen und im Grunde hat man überhaupt keinen Einfluss darauf. Hier heißt es, die Nerven nicht zu verlieren.

  3. Tja, wer billig will bekommt billig! Als Mitarbeiter eines regionalen Energieversorgers kenne ich viele solcher Fälle! Da wird vom Kunden nur auf den Preis aber nicht auf den Service geachtet! Und dann wundert und ärgert man sich, wieso der bisherige Energielieferant nach dem ersten Belieferungsjahr kräftig an der Preisschraube dreht! Logisch, weil einige aus Bequemlichkeit nicht wieder wechseln! Zum Glück gibts Flexgas nicht mehr! Der nächste ähnliche Fall (Prokon) zeichnet sich ja schon ab! Stichwort Schneeball-System

  4. vừa coi bản tiếng Anh xong đã thấy bản V-sub ,lần này công nhận hoàn thành lẹ nhất từ trước tới nay ,ko biết có phải ko nhưng mình nghĩ chắc là do đây là tập dc mong chờ nhất bộ với sự xuất hiện của bé Yui

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